Die ehemalige jüdische Gemeinde in Mainstockheim
In Mainstockheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1940. Nach einem ansbachischen Schutzbrief (Staatsarchiv Nürnberg) konnten sich Juden erstmals 1535 in Mainstockheim niederlassen. Die Ansiedlung von Juden erfolgte in jener Zeit. Durch den Schutz der Markgrafen von Ansbach und die Familie von Bechtolsheim in Mainsondheim kamen immer mehr Juden nach Mainstockheim. Die Zahl ging immer weiter nach oben, so dass im Jahre 1836 ein Synagogenneubau mit integrierter Schule und wohl auch mit einer Mikwe (jüdisches Tauchbad) notwendig wurde. Im Jahr 1837 waren es 212 jüdische MitbürgerInnen. Aufgrund eines bescheidenen Wohlstandes vieler jüdischer Familien war inzwischen einiges möglich. Die ärmeren Familien konnten mit davon profitieren. In der sogenannten Judenschule im 1. Stock der Synagoge neben der kleinen Wohnung des Lehrers wurden in sehr beengten Verhältnissen bis zu 23 Kinder und Jugendliche in allen Altersstufen unterrichtet.
In der Reichsprogromnacht im Jahr 1938 wurde das Gebäude nur geplündert und nicht gebrandschatzt. Bei einem Brand hätte zu große Gefahr bestanden, dass wegen der engen Bebauung das Feuer auf benachbarte Gebäude übergreift.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die ehemalige Synagoge von einem Industriebetrieb genutzt, 1955 von der Diözese Würzburg gekauft, als katholische Kirche eingerichtet und am 9. Dezember 1956 von Domkapitular Gerber aus Würzburg geweiht.
Ausführliche Materialien zur jüdischen Vergangenheit finden Sie auf den Seiten von Alemannia Judaica.
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Außenansicht der Synagoge, Foto: Josef Gerspitzer