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10.12.: Feier 60 Jahre katholische Kirche
07.12.2016
Am 10. Dezember 2016 feiert die Filialgemeinde St. Gumbert das 60. Weihejubiläum. Zu diesem Anlass kommt um 18.30 Uhr Domkapitular Clemens Bieber vom Caritasverband Würzburg als Festprediger nach Mainstockheim.
Im Anschluss laden Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat mit Pfarrer Gerhard Spöckl zu einer Begegnung im Vorraum der Kirche bzw. im Gumbertuszimmer ein.

Die katholische Kirche war bis 1940 jüdische Synagoge und wurde 1955 von der katholischen Kirchenstiftung Dettelbach (Mainstockheim war damals Filialgemeinde von Dettelbach) wegen der aufgrund der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen immer größer werdenden katholischen Gemeinde (1950 waren es bereits 319 katholische Bewohner) als Gotteshaus von der IRSO (Jewish Restitution Organisation) in Nürnberg gekauft und umgebaut.
Die IRSO verwaltete damals die ehemaligen Besitztümer von Juden in Deutschland. Damals war es Hauptstraße 213. Seit einigen Jahren heißt die kleine Gasse an der Hauptstraße in der Nähe des Landgasthaus zum Löwen „An der Synagoge“.


Seelsorge zunächst von den Dettelbacher Franziskanern
Als Kirchenpatron für die katholische Kirche wählte man den Benediktinermönch und Ansbacher Abtbischof Gumbert (Patron der Gesamtgemeinde vor der Reformation). Trotz einiger finanzieller Probleme konnte die Kirche am 9. Dezember 1956 von Domkapitular Gerber aus Würzburg geweiht und ihrer Bestimmung übergeben werden.
Die Gesamtkosten von Kauf und Umbau beliefen sich auf knapp 100.000 DM. Zur Seelsorge kamen regelmäßig Franziskanerpatres aus Dettelbach. 1961 übernahm Pfarrer Josef Fleischmann die katholische Pfarrei Mainsondheim mit Albertshofen. Wenige Monate später übernahm Pfarrer Fleischmann auch die Seelsorge in Mainstockheim, zunächst noch im Wechsel mit den Franziskanern, später ganz. Dann wurde P. Bosco Emmerling OSB von Münsterschwarzach zum Pfarradministrator ernannt, Father Reginald Ejikeme aus Nigeria übernahm die Sonntagsgottesdienste, Gemeindereferentin Erika Gerspitzer (seit 1998 in der Gemeinde) koordinierte als Pfarrbeauftragte die Geschicke der Gemeinde.

Im April 2005 kam P. Gerhard Wenzel, Franziskaner aus Würzburg, als Pfarradministrator. 2005 wurde erstmals seit langer Zeit wieder ein Pfarrgemeinderat gewählt.
Die Einrichtung in der kleinen Kirche war zum größten Teil schon 50 Jahre alt. Die Außenrenovierung mit neuen Fenstern erfolgte im Jahr 2000 und kostete damals 240.000 DM.
Der Altar stand damals an der Wand. Der dahinter befindliche zugemauerte Thoraschrein der alten jüdischen Synagoge sollte ebenso freigelegt werden wie das über dem Altar befindliche Rundbogenfenster. Die Suche nach der Mikwe blieb erfolglos. Der hinter dem Altar vermutete Thoraschrein wurde offensichtlich wie alle anderen Gegenstände der jüdischen Gemeinde 1940 nach „Auflassung“ der Synagoge in die Synagoge nach Würzburg verbracht, wo dieser wie alle anderen Einrichtungsgegenstände der jüdischen Gemeinde dem Bombenangriff am 16.März 1945 zum Opfer gefallen sind.


Umfangreiche Renovierung und Neuordnung des Kirchenraumes
2007 erfolgte eine umfassende Renovierung der Kirche, die die bauliche Struktur der ehemaligen Synagoge stärker betonte. Bedeutsam ist das bunte Rundfenster an der Ostwand aus der ehemaligen Synagoge aus dem Jahr 1836. Dieses war zugemauert, konnte freigelegt und restauriert werden. Das neue Gesamtkonzept mit Altarinsel und dem Altar in der Mitte stammt von Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen, dem Kunstreferenten der Diözese Würzburg. Die künstlerische Ausstattung mit den beiden Altarbildern „Altes und Neues Testament“, dem Altar, Ambo, Tabernakel sowie siebenarmiger Leuchter und Vortragekreuz stammen vom Münsterschwarzacher Künstler P. Meinrad Dufner OSB. Die Altarbilder sollen neben dem Fenster links und rechts vom Tabernakel die enge Verbindung von Christentum und Judentum deutlich machen.
Die Figuren des Kirchenpatrons und Ansbacher Abtes St. Gumbert sowie der Madonna mit einem großen Jesuskind hat der Würzburger Bildhauer Wolfgang Finger geschaffen.


Die katholische Gemeinde heute
Die Gemeinde St. Gumbert hat heute ca. 600 Mitglieder. Der verantwortliche Geistliche ist Pfarrer Gerhard Spöckl aus Kitzingen, Tel. (09321) 7177, erster Ansprechpartner des Seelsorgeteams für St. Gumbert. Diakon Lorenz Kleinschnitz, Tel. (09324) 1324, hilft und vermittelt als weiterer Kontaktmann bei den Anliegen der Mainstockheimer. Das Pfarrbüro St. Johannes der Täufer in Kitzingen ist das zentrale Büro für die Pfarreiengemeinschaft St. Hedwig im Kitzinger Land, zu der auch Mainstockheim gehört.
Gottesdienst wird zwei Mal im Monat gefeiert. Am 1. Sonntag im Monat um 10.30 Uhr findet ein Wortgottesdienst statt mit anschließendem Kirchencafe, am 3. Wochenende am Samstag um 18.30 Uhr eine Vorabendmesse.
Zweimal im Monat ist Gottesdienstzeit im Seniorenheim Schloss Ebracher Hof, donnerstags alle zwei Wochen um 18.15 Uhr. Für die katholische Seelsorge im Seniorenheim ist Gemeindereferentin Erika Gerspitzer Tel. (09321) 4802 zuständig.

Begünstigt durch die neue Ausstattung des Kirchenraumes und der Begegnungsmöglichkeiten im Gumbertuszimmer mit einer Teeküche ist eine vielseitige Gestaltung für Familien, Kinder und Jugendliche sowie andere Gruppen bei Gottesdienst und musikalischen Events, z.B. im Rahmen von Kammermusik, möglich.
In solchen Situationen ergibt sich viel Raum für ökumenische Zusammenarbeit mit der evangelischen Schwestergemeinde St. Jakob.
Gumbertuslied
11.12.2016

Melodie: Gl 267 / nun danket all und all und bringet Ehr
Die katholische Gemeinde St. Gumbert
Nach dem Zweiten Weltkrieg kaufte die katholische Kirche die ehemalige jüdische Synagoge und weihte sie am 9. Dezember 1956 von Domkapitular Gerber aus Würzburg zur katholischen Kirche.
Die Gemeinde war zunächst Filiale der Pfarrei Dettelbach und wurde später seelsorglich von Mainsondheim aus betreut. 2006 bekam die katholische Kirche St. Gumbert eine eigene Kirchenstiftung. Im Vorfeld der Errichtung der Pfarreiengemeinschaft St. Hedwig im Kitzinger Land im Jahre 2010 wurde St. Gumbert zusammen mit Albertshofen Filiale von Kitzingen St. Johannes.
2007 erfolgte die umfassende Renovierung der Kirche, die die bauliche Struktur der ehemaligen Synagoge stärker betonte. Die künstlerische Ausstattung ist noch nicht abgeschlossen. Das farbige Rundfenster in der Ostwand wurde freigelegt und inzwischen restauriert.
Zwei Fahnen „Altes und Neues Testament“ des Münsterschwarzacher Künstlers P. Meinrad Duffner OSB sollen neben dem Fenster links und rechts vom Tabernakel die enge Verbindung von Christentum und Judentum deutlich machen.

Die katholische Gemeinde St. Gumbert hat ca. 600 Mitglieder.
Der verantwortliche Geistliche ist Pfarrer Dr. Manfred Bauer aus Kitzingen, Tel. (09321) 7177.
Diakon Lorenz Kleinschnitz, Tel. (09324) 1324, hilft und vermittelt als erster Ansprechpartner des Seelsorgeteams bei den Anliegen der Mainstockheimer.
Gottesdienst wird jeden Sonntag um 10.30 Uhr gefeiert, im Seniorenheim Schloss Ebracher Hof donnerstags alle zwei Wochen um 18.15 Uhr.
Am zweiten Sonntag im Monat gibt es mit einem Kindergottesdienst parallel zur Messe ein Angebot für junge Familien.
Am letzten Sonntag im Monat spielt die Musikgruppe „Adoramus“ beim Gitarrengottesdienst. Beim anschließenden Kirchencafe wird ein eigenes Kinderprogramm angeboten.

Die Kirche befindet sich in einer Gasse (An der Synagoge 9) neben der Hauptstraße unweit des Gasthauses "Zum Löwen".
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Foto: Josef Gerspitzer

Neue Altarbilder

Erläuterungen zu den Altarbildern, die seit Sommer 2012 in der Kirche unterhalb des jüdischen Fensters angebracht sind:

P. Meinrad Duffner OSB erklärt seine Altarbilder
Die Neugestaltung Ihrer wunderschönen Kirche ist endlich wieder in Gang gekommen. In Anlehnung an die Vorentwürfe zum Wettbewerb, der mir den Auftrag gab, habe ich diese beiden Bilder geschaffen, über deren Inhalt ich die folgende Betrachtung versuche.

Synagoge und Kirche
Dieses Haus war schon immer für das Wort Gottes bestimmt. Von 1836 bis 1938 diente es der hier ansässigen jüdischen Gemeinde als Synagoge. Nach deren gewaltsamer Zerschlagung und verschiedener Zwischennutzung ab 1945 überkam es der neu zugezogenen katholischen Flüchtlingsgemeinde 1955/56 als Kirchenraum.
Dem besonderen Schicksal dieses Hauses Rechnung tragend und Würdigung gebend, habe ich das Bildprojekt angegangen. Es sollten jüdische Theologie und Frömmigkeit und christliche Theologie und Frömmigkeit als Geschwister zueinander kommen, was sie ja historisch und biblisch auch sind. Also ein alttestamentliches Bild, in den Farben des Judentums Blau, Weiß, - ein neutestamentliches Bild in der Blut- und Liebesfarbe der kirchlichen Tradition.

Gottesoffenbarung, geschrieben in unseren Buchstaben, unserer Sprache
Beide Bilder sind als erstes mit den Buchstaben der heiligen Schriften von oben bis unten beschrieben worden: links Hebräisch vom Alef bis zum Tav, rechts Griechisch vom Alpha bis zum Omega. Das war mir so wichtig, weil ich zeigen will, dass das Gotteswort sich in der vorhandenen menschlichen Sprache und Kultur äußert, dass Gott sich mit aller menschlichen Geschichte einlässt und eben darin sich verständig macht.
Ebenso schreibt sich die ganz persönliche Gotteserkenntnis aus den ureigensten Daten und Ereignissen meines, Ihres Lebens, auch kollektiv Ihrer Gemeinde.
Ihr Pater Meinrad Duffner
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Foto: Josef Gerspitzer