Musikpädagogin und Liszt-Biografin Lina Ramann
13.11.2015
Karolina Rosina Friederike, genannt Lina Ramann wurde am 24. Juni 1833 in Mainstockheim geboren. Sie genoss zuerst in Mainstockheim, dann bei der Ehefrau Franz Brendels in Leipzig ihre musikalische Ausbildung. 1856 wanderte sie nach Philadelphia in Amerika aus, um als selbstständige Musikpädagogik zu wirken.

Aus gesundheitlichen Gründen kehrte sie wieder zurück nach Deutschland und eröffnete zuerst in Glückstadt (Schleswig-Holstein) eine Musiklehranstalt und dann 1865 eine Musikschule in Nürnberg. Diese gründete und leitete sie zusammen mit ihrer Lebensgefährtin Ida Volkmann bis zu ihrer Pensionierung.
Eine erste musikpädagogische Schrift von Lina Ramann erschien 1868; 1882 folgte eine Klavierschule in drei Bänden.

Von 1880 bis 1894 entstand die erste, äußerst umfangreiche, vom Komponisten autorisierte Biografie über Franz Liszt. Weitere Liszt-Veröffentlichungen machten Lina Ramann berühmt. Sie starb am 30. März 1912 in Nymphenburg.




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Stich nach: Marie-Ille Beeg, Lina Ramann. Lebensbild einer bedeutenden Frau auf dem Gebiet der Musik, Nürnberg 1914

Heimatdichter Hanns Rupp
Hanns Rupp (* 7. Juli 1898 Kitzingen, gest. 1. August 1971 in Mainstockheim) wirkte neben seinem Beruf als Lehrer als Mundartdichter.
Schon in seiner Jugend zählte er zu Mainstockheim. Am 23. Oktober 1920 heiratete er eine Mainstockheimerin. Ihr einziger Sohn (* 1921) wanderte 1951 nach Kanada aus.
Der Schuldienst führte Hanns Rupp nach Kitzingen, Rödelsee, Albertshofen, Steinsheim bei Memmingen und nach Augsburg. Erst als Pensionär kehrt Hanns Rupp wieder nach Mainstockheim zurück.
Sein dichterisches Werk umfasst etwa 40 gedruckte Werke (wie Gedichte, Essays, Balladen oder Erzählungen).
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Ein Buchtitel von Hanns Rupp: Unter fränkischer Sonne

Bayerischer Arbeitsminister Walter Stain
Walter Stain (*27. Dezember 1916 in Prag; † 3. Februar 2001 in Mainstockheim) war ein deutscher Politiker.
Stain ließ sich nach 1947 in Mainstockheim als Holzkaufmann und Kohlenhändler nieder.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung der Sudetendeutschen wurde er Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Witikobundes.
1954 wurde Walter Stain bayerischer Staatsminister für Arbeit und Soziales. In seine Zuständigkeit als Minister fiel der Bereich des Flüchtlingswesens, der vorher im Innenministerium ressortierte.
Von 1986 bis 1989 war Stain Bundesvorsitzender des Witikobundes.
Johann Heinrich Zang
Johann Heinrich Zang (*15. April 1733 in Zella St. Blasii, † 18. Aug. 1811 in Würzburg) war über 50 Jahre lang Kantor in Mainstockheim.
In dieser Zeit komponierte er zwei vollständige Jahrgänge Kirchenkantaten. Sieben dieser Kantaten sind noch erhalten und heute im Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek, München.
Er veröffentlichte eine Kalligraphie, mehrere Handwerksbücher („Der vollkommene Orgelmacher” und „Der vollkommene Büttner oder Küfer”) und hinterließ einige Musivgemälde.
Zang war 1748/49 mit großer Wahrscheinlichkeit Schüler von J. S. Bach in Leipzig, anschließend lebte er in Coburg und war dort Schüler von J. K. Heller, später Kanzlist am Kloster Banz und Organist auf Schloss Hohenstein bei Coburg. 1751/52 wirkte er als Kantor in Walsdorf b. Bamberg, vom 7. Nov. 1752 an bis 1800 als Kantor und Lehrer in Mainstockheim.
Er betätigte sich auch als Schriftsteller, Schreibmeister und Kupferstecher.

Heute pflegt die Gemeinde Mainstockheim das Andenken an Johann Heinrich Zang. Aus antiquarischen Angeboten wurden Originale seiner Calligraphie (Würzburg 1762), des Orgelmacherbuches (2. Auflage, Nürnberg 1829) und der Büttnerlehre (2. Auflage, Schweinfurt 1794 und 5. Auflage, Frankfurt 1846) erworben.
Im Johann Heinrich Zang Haus (das alte Schulhaus, heute im Besitz der Gemeinde Mainstockheim) werden seine Werke durch Schautafeln gewürdigt.
Das Mesnerhaus, sein ehemaliges Wohnhaus, wurde am 15. April 2007 mit einer Gedenktafel (gestaltet von P. Brandner) ausgestattet, welche auf sein Wirken in Mainstockheim hinweist.
Ludwig Ruf (gest. 2009) war Initiator, Gründungsmitglied und langjähriger 1. Vorsitzender der Johann-Heinrich-Zang-Gesellschaft e.V. Diese Gesellschaft wurde zwar 2011 aufgelöst, doch auf die Homepage mit reichhaltigen Informationen zu Johann Heinrich Zang kann weiterhin zugegriffen werden. Sie wird weiterhin gepflegt.
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Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus von Johann Heinrich Zang. Foto: Heiner Tebbe